Mär 08 2012

Martyrium der Kapuziner-Terziarinnen Rosario de Soano, Serafina de Ochovi, Francisca de Rafelbuñol

Am 18. Juli 1936 bricht der spanische Bürgerkrieg aus, der bis April 1939 dauern sollte. In der republikanischen Zone kommt es zu blutigen religiösen Verfolgungen und regelrechten Hassausbrüchen gegen den christlichen Glauben. Kirchen werden entweiht und gebrand¬schatzt, viele Priester, Ordensleute und kirchlich aktive Laien ermordet, nur weil sie sich zu ihrem Glauben bekennen. In der Reihe dieser Märtyrer befinden sich auch Rosario, Serafina und Francisca, denen zu jenem Zeitpunkt die Leitung der Kongregation obliegt. Sie fürchten sich nicht davor, ihren Glauben zu bekennen.

Martirium

Aufgrund der schrecklichen Ereignisse sehen sie sich gezwungen, ihren Konvent zu verlassen und sich in Privatwohnungen zu verstecken. Am 21. August 1936 werden sie verhaftet, zu schwerer Arbeit gezwungen und Misshandlungen, Beleidigungen und Belästigungen ausgesetzt. Am folgenden Tag werden Sr. Rosario und Sr. Serafina an der Landstraße nach Puzol erschossen. Sr. Rosario zeigt ihre temperamentvolle Art auch noch in dieser Situation. Kurz vor ihrem Tod wendet sie sich an ihren Bewacher, zieht sich den Ring vom Finger und sagt zu ihm: „Nimm diesen Ring, ich gebe ihn dir als Zeichen, dass ich dir vergebe.“. Als der Miliziant von der Erschießung zurückkehrt, ist er erschüttert und ruft: „Wir haben eine Heilige umgebracht, wir haben eine Heilige umgebracht!“

Sr. Francisca wird nach zahlreichen Demütigungen und Misshandlungen am 27. September auf dem Friedhof von Gilet erschossen. Als man ihr den Gnadenschuss geben will, sagt sie zu ihren Mördern: „Wartet einen Moment, ich will euch noch etwas sagen: Gott möge euch vergeben, so wie ich euch vergebe.“

Sie stirbt mit dem Ruf: „Viva Cristo Rey!“ (Es lebe Christus, unser König!)

Martirium

Das Leben dieser Schwestern Rosario, Serafina und Francisca zeugt von ihrer mutigen Nachfolge Jesu Christi nach dem Vorbild des Hl. Franziskus und unseres Gründers P. Luis Amigó. Sie fassten ihr Leben zusammen in ihrer Berufung zur besonderen Liebe Gottes und im Dienst an den Ärmsten.

Da sie es verstanden, diese Berufung, Gott in allen Dingen zu lieben und mit ganzem Herzen zu leben, sind sie uns ein Leitbild geworden und führen uns auf dem Weg des Friedens und der Fülle: Jesus Christus.

Sie folgten Ihm …ohne zurückzusehen, die Augen auf den gekreuzigten Christus gerichtet … das Herz brennend vor Liebe …Sie folgten Ihm, ohne ein anderes Licht oder eine andere Orientierung zu haben als die Liebe … Liebe … bis zur Hingabe im Märtyrertod.

Rosario, Serafina und Francisca entdeckten, dass das wirkliche Glück unseres Menschseins letztlich allein bei Gott zu finden ist, und dass die wahre Weisheit darin besteht, Ihn als Herrn und Meister anzuerkennen… Sie verstanden, dass die Illusionen dieser Welt vergänglich sind und dass allein Gott bleibt … Sie erfuhren, dass nur Gott die menschliche Seele mit ihren tiefsten Sehnsüchten erfüllen kann und dass Er sie ganz erfüllt…

Deshalb war das Martyrium für sie ein Augenblick der Erfüllung, in dem sie die Kraft ihres Glaubens, die Festigkeit ihrer Hoffnung und die Bedingungslosigkeit ihrer Liebe bezeugen konnten.

„Nicht ihr habt mich erwählt … Ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt … und dass eure Frucht bleibt …“ (Joh 15, 16)

Die Liebe drängt uns zur Hingabe unseres Lebens.