Mär 08 2012

Der folgende Text ist ein übersetzter Ausschnitt aus dem Buch „Arriesgar la vida por el evangelio“ („Das Leben für das Evangelium riskieren“) von P. Rufino Maria Grandez OFMCap

Am 21. Juli 1987 starben im Amazonas-Dschungel in Ecuador zwei mutige, erfahrene Missionare, durchbohrt von den Speeren der Tagaeri (Eingeborenenstamm): der spanische Kapuzinerpater Monsignore Alejandro Labaka, Bischof des apostolischen Vikariates von Aguarico, und Schwester Inés Arango, Kapuziner-Terziarin von der Hl. Familie.

Schwester Inés und Bischof Labaka starben zusammen als Märtyrer. Mit ihrem Leben legten sie Zeugnis ab von ihrer Option für Jesus Christus in der Verteidigung der „Kleinen“, ohne dafür je einen Preis oder eine Auszeichnung erhalten zu haben. Das tiefe Geheimnis dieser beiden Ordensleute bildet den Schluss einer Geschichte der Treue zu einem Charisma, das beide in ihrer frühen Jugend empfingen, das Charisma des Missionars.

Die Gnade des Märtyrertods ist der Lohn, den der Herr ihnen für die ungeteilte Hingabe ihres Lebens gewährte und für ihre Treue gegenüber dem Wirken Gottes in ihnen.

Der Märtyrertod von Schwester Inés und Bischof Alejandro werfen in uns grundlegende Fragen auf: Auf welchen Funda¬menten baue ich mein Leben auf? Welche Gedanken und Ideen benutze ich für meine persönliche „Selbstverwirklichung“?

Alejandro und Inés fühlten sich als die „Stimme derer, die keine Stimme haben“. Sie verteidigten die ethnischen Minderheiten, die sich unterdrückt und ihrer Güter beraubt sahen infolge der Ausbeutung von Erdöl und der fortdauernden Kolonialisierung … Beide Missionare suchten das Gleichgewicht zwischen der Verteidigung der Eingeborenen und dem Fortschritt des Landes … Sie entschieden sich für die Schwächsten: Sie wurden nicht aus Hass getötet, sondern sie wurden zu tragischen Opfern der Selbstverteidigung derer, die glaubten, sie kämen mit feindlichen Absichten.

Schwester Inés war sich der Gefahr bewusst, die ihr Einsatz in dieser Mission mit sich brachte, doch sie scheute kein Opfer und keine Entbehrung, weil sie jene von ganzem Herzen liebte. Einige Tage vor ihrem Tod sagte sie „Ich wäre glücklich, wenn ich für sie sterben würde …“

Im Zimmer von Schwester Inés fand sich ein von ihr handgeschriebenes Tagebuch. Ihre letzten Worte, ihr Testament, lautet: „… wenn ich sterben sollte: Bitte verteilt das restliche Geld an die Armen. Wenn ich sterbe, gehe ich glücklich und hoffentlich erfährt niemals jemand etwas von mir, ich suche weder Namen … noch Ehre. Gott weiß es. Immer mit euch verbunden. Inés“

Das ist die Sprache der Liebe, die jeder versteht.